CONDOR P4 - 100 Jahre alt und davon 60 Jahre Flaggschiff der BSV

Bauplan

 

Unsere Condor ist der vierte gebaute 45er Nationaler Kreuzer - Segelzeichen P4. Er wurde 1912 von Max Oertz gezeichnet und in seiner Werft in Neuhof-Hamburg gebaut.

 

Auftraggeber für die damalige "Pelikan" war ein Mitglied des Augsburger Segler-Clubs (ASC), Ritter Albert von Forster.

 

Die Yacht wurde speziell für sein Segelrevier, den Ammersee, bestellt. Die wichtigsten Maße der Pelikan waren: Länge über Alles 8,39 m, Länge der Wasserlinie 5,71 m, größte Breite 2,23 m und Tiefgang 1,13 m.

 

Im Jahr 1917, ging die Yacht in das Eigentum einer Eignergemeinschaft aus Mitgliedern des ASC über, die das Boot später - innerhalb des Vereins - weiterverkaufte. Die Yacht blieb bis 1937 immer im Augsburger Segler-Club.

 

Ab 1946 wurde die Condor als Schulschiff von der "Bayerischen Segelschule" in Diessen verwendet und ging dann 1952 in den Besitz der "Bayerischen Seglervereinigung e.V." über. Sie bekam ihre neue Boje zuerst in Riederau und dann später vor der Andechs in Utting. Die Condor war das erste Schiff des Vereins, damit auch sein Identität stiftendes Flaggschiff, und so ist es bis heute geblieben.

 

Zum ersten Mal ging 1954 das alte Gaffelrigg über Bord. Nach dem zweiten Mastbruch 1960 baute die Bootswerft Steinlechner an Stelle des Gaffelriggs einen neuen, hochgetakelten Holzmast ein. Leider ging dieser dann 1977 auch zu Bruch und wurde durch den ersten Alu-Mast (schwarz) ersetzt.

 

Es folgte 1998 ein Umbau am Heck mit Verlängerung um 50 cm. Auch der gesamte Rumpf des Schiffes sollte entlastet werden. Deshalb wurde im Jahr darauf ein neues Rigg - aktueller Alumast mit speziellem Mastfuß - eingebaut. Der Kiel erhielt ca.200 kg mehr Blei. Damit haben sich die Segeleigenschaften unserer Condor so verändert, dass sie deutlich einfacher zu segeln ist. Endlich - im Jahr 2004 - konnten wir der Condor statt des alten Korkbelags das neue schöne Teakdeck spendieren.

 Historische Condor

Unsere Condor wird im Schulungs- und Charterbetrieb stark gefordert. In den vielen Jahren führte dies natürlich zu dem beschriebenen Verschleiß. Ein großer Anteil der Reparaturkosten konnte immer wieder durch Spenden von begeisterten Condor-Seglern und -Liebhabern finanziert werden. So war das auch 2007 als große Probleme in Kockerbereich aufwendig repariert werden mußten.

 

So zeigt sich unsere Condor zum 100. Geburtstag in einem sehr guten Zustand. Wir werden sicher noch viele Jahre Freude mit unserem Flaggschiff haben. Alle unsere Mitglieder, egal ob als Kursteilehmer und Charterer, dürfen sich in der Saison 2012 auf schöne Segeltage mit unserer alten Dame Condor freuen.

 

Bärbl Mehnert-Jaeger verdanken wir, dass die Geschichte der Condor in seltener Ausführlichkeit dokumentiert ist. Wir können nur sehr empfehlen, diese tolle Geschichte und die Original-Dokumente unter diesem Link zu studieren.

 

Autor: Günter Gürke